Amos Maranga, Victor Okoth & Elias Muhatia

Amos Maranga, Victor Okoth & Elias Muhatia

Unser Verein “Bildung fördert Entwicklung e.V.” hatte im August 2016 drei Studenten der Kenyatta University aus Nairobi zum Internationalen Ferienkurs an die Universität Trier eingeladen. Die meisten der dortigen Teilnehmer stammen aus Asien (v.a. aus China, Taiwan, Japan und Südkorea) bzw. Osteuropa. Der afrikanische Kontinent ist hingegen stark unterrepräsentiert, was vor allem an der mangelnden Finanzierung solcher Austauschs- und Besuchsprogramme liegt. Oft sind daher v.a. nur Studierende aus Kenia vertreten, deren Kosten für Flug, Kursgebühren, Unterbringung, Verpflegung, Transport hier in Deutschland sowie ein kleines Taschengeld unser Verein übernimmt.

Amos Maranga Atimo, Elias Muhatia und Victor Okoth Odhiambo waren die glücklichen Kandidaten, die im Anschluss an das letzte von mir durchgeführte Projekt in Nairobi im März 2016 von unseren Trierer Studierenden und mir nach deren überdurchschnittlichem Engagement bei der Zusammenarbeit im Projekt ausgewählt wurden. Für alle drei war es ihr erster Flug und Aufenthalt außerhalb ihres Heimatlandes. Jeden Tag ihres knapp sechswöchigen Aufenthaltes bei uns in Deutschland haben sie genossen, viel gesehen und gelernt, für sie eine ganz neue Welt. Trier als älteste Stadt Deutschlands mit Kulissen aus der römischen Zeit, dem Mittelalter und der Neuzeit – eine Mischung, die sie bewundert haben. Nur ihr heimischen Essen (Ugali und Chapati) haben sie sehr vermisst. Viele neue internationale Freundschaften wurden geschlossen und haben all das, was sie vermissten, immer mehr verdrängt. Mit wachen Augen nahmen sie ihre neue, unbekannte Umwelt wahr, die ihnen immer mehr vertraut wurde.

Zum Abschluss ihres Trier-Aufenthaltes verlebten sie zusammen mit Felix Madanga (ein weiterer Stipendiat, der sich für ein Praktikum in Deutschland aufhielt) und mir fünf Tage in Berlin mit einem großartigen Programm. Bereits die Hinfahrt stieß auf Begeisterung, da man Hochgeschwindigkeitszugverkehr wie in unserem Fall mit der ICE-Fahrt in Kenia nicht kennt. In Berlin erhielten sie einen Einblick in die jüngere deutsche Geschichte. Zum einen durch das Bestaunen geschichtsträchtiger Orte, die die Teilung der Stadt und des Staates in Ost und West symbolisierten, etwa am Beispiel der Bernauer Straße und des dortigen Mauermuseums, dem Holocaust-Mahnmal sowie einer thematischen Führung durch den Reichstag. Zum anderen aber v.a. auch durch zahlreiche Vor-Ort-Termine – so bei „Brot für die Welt, der „Diakonie Katastrophenhilfe„, einem Treffen in der Redaktion der Tageszeitung „taz“ und der Wochenzeitung „der freitag„, sowie einem interessanten Gespräch in der Kenianische Botschaft in Deutschland, wo sie über ihre in Deutschland gemachten Erfahrungen beeindruckend berichteten. Natürlich kam ein weitgefasstes touristisches Programm in Berlin, überwiegend in Bezirk-Mitte nicht zu kurz.

Am 4. September fand dann der traurige Abschied auf dem Frankfurter Flughafen statt. Aber ihre Erinnerungen an ihren Aufenthalt in Deutschland werden unvergesslich sein und sie daran bestärken, dass Bildung ihre Lebensperspektive entscheidend geprägt hat. Ich denke, dass wir unserem Ziel “Bildung fördert Entwicklung” gerecht geworden sind. Wir hoffen, dass der nun fester gewordene Kontakt nicht so leicht abreißt, um deren Entwicklung in Kenia weiterhin verfolgen zu können.

Ihr J.M. Michael Nebe  (Vorsitzender des Vereins „Bildung fördert Entwicklung e.V.“)

Fotos während der Zeit in Deutschland