„EINEWELT ohne Hunger ist möglich. Die Zukunft des ländlichen Raums“, unter diesem Namen fand eine G20 Konferenz am 27.und 28. April in Berlin unter der Regie des Bundesentwicklungsministerium (BMZ) statt. Zu den rund 600 geladenen nationalen und internationalen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, gehörten auch Vertreter des Trierer Vereins „Bildung fördert Entwicklung e.V.“ Im Fokus der Veranstaltung stand die Förderung der Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum in den Regionen südlich der Sahara.
Trotz der aktuellen humanitären Hungerkatastrophe die sich derzeit am Horn von Afrika und in anderen Teilen der Welt abzeichnet, ist sich der Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller sicher, dass eine Welt ohne Hunger möglich ist. „Nur starke ländliche Räume können Hungerkrisen verhindern und der Jugend eine Perspektive geben… Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich auf dem Land“, so der Entwicklungs-minister.
Besonders deutlich wird die Wichtigkeit der Entwicklung des ländlichen Raums bei der Betrachtung der vom BMZ vorgelegten Zahlen. Laut Schätzungen des Ministeriums werden in Afrika bis zum Jahr 2030 etwa 440 Millionen junge Menschen neu auf den Arbeitsmarkt drängen. Sofern diese immense Arbeitskraft effektiv genutzt wird, kann sie die Grundlage für eine dynamische ländliche Entwicklung schaffen und so Afrikas Weg in eine bessere Zukunft ebnen.
Eine fehlende Zukunftsperspektive könnte jedoch verheerende Konsequenzen haben. Diese deutete der Chef der Afrikanischen Entwicklungsbank Dr. Akinwumi Adesina in seiner Rede an, indem er auf die zunehmenden Anwerbeversuche terroristischer Gruppierung in den ländlichen Regionen, insbesondere in Subsahara-Afrika, hinwies. Für die Entwicklung des ländlichen Raums sei es deshalb entscheidend, wirtschaftliche Sicherheit, Ernährungssicherheit und Klimaschutz miteinander zu verknüpfen.
Ein wesentliches Element der Konferenz war die „Charta von Berlin“, die dem Bundesminister am Abend des 27. April von den Konferenzteilnehmern überreicht worden ist. Diese wurde von einem internationalen Beratungsgremium in Zusammenarbeit mit NGOs aus aller Welt vorbereitet und soll wichtige Impulse setzen. Die Verfasser hoffen, dass die Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sich dadurch verstärkt für die Entwicklung des ländlichen Raums, der Gleichberechtigung von Mann und Frau und der Jugendbeschäftigung einsetzen.

Der Trierer Verein „Bildung fördert Entwicklung e.V.“ hat sich schon früh der Jugendförderung in Kenia verschrieben und arbeitet bereits mit zahlreichen Projekten in Nairobi an der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Die durch diese Projekte gesammelte Erfahrung hat der Vorstandvorsitzende des Vereins, Dr. Johannes Michael Nebe, in dem Buch „Youth Unemployment in Kenya: A Ticking Time Bomb“ (2016) geschildert. Die Einladung des BMZ ist auf dieses Buch zurückzuführen, welches neben zahlreichen Berichten über die Situation der jungen Erwachsenen in Kenia auch zahlreiche Lösungsansätze für das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Kenia enthält.
Die Triere Konferenzteilnehmer freuen sich durch die zahlreich gewonnen Impulse und die geknüpften Kontakte ihrer Vereinsarbeit effektiver und strukturierter gestalten zu können.
Zu den hochrangigen vom BMZ eingeladenen Gästen gehörten unter anderem der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, Dr. Akinwumi Adesina, der Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus, Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sowie der Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier.