Wassermangel – auf diese einfache Formel kann eins der zentralen Probleme Kenias gebracht werden. Und er ist nicht nur eins der zentralen Probleme Kenias, sondern, vor allem, eins der zentralen Probleme der Menschen in Kenia. Die Gründe für den Wassermangel sind langanhaltende Dürreperioden (die in den letzten Jahren gehäuft aufgetreten sind) und die ungleiche Verteilung der Niederschläge im Land.

Man braucht aber den Wassermangel nicht als gottgegebenes Schicksal hinzunehmen – man kann etwas tun, denn Wasser ist durchaus vorhanden, z.B. als Grundwasser. Nur: Man kommt nicht dran. Es fehlen angemessene technische Vorrichtungen.

Diesem Problem will jetzt eine Initiative auf den Leib rücken, die als vorbildlich gelten kann, vorbildlich deshalb, weil hier Kenianern von Kenianern geholfen wird, und vorbildlich deshalb, weil ganz konkrete Hilfe vor Ort geleistet wird, da, wo sie nötig ist, und da, wo sie Wirkung zeigt.

Diese Initiative hat jetzt einen Namen: Aqua & Agricultural Initiative, gegründet von einer Gruppe kenianischer Intellektueller. Ihr Vorsitzender, Mr Amos Maranga, hat uns als Förderer einen Bericht zukommen lassen, in dem er über die Gründung des Vereins und seine Ziele berichtet. Es soll, und das ist wichtig, nicht nur die Technik bereitgestellt werden, um an das Grundwasser zu kommen, es soll auch Wissen vermittelt werden, mit dieser Technik umzugehen. Und es wird an die Zukunft gedacht: Das Programm sieht die Anpflanzung von Bäumen vor. Und da schließt sich der Kreis. Das Abholzen von Bäumen in der Vergangenheit ist schließlich einer der Verursacher des Wassermangels von heute.

Der zweite Bericht gewährt Einblick in ein konkretes Projekt: Eine Schule in Kilili (in Makueni) wurde mit einem Wassertank ausgestattet. Im Rahmen des Besuchs der Organisatoren der Aqua & Agricultural Initiative wurde der Wassertank offiziell übergeben, in der Gegenwart von Schulkindern, Lehrern und Schulleitern, die man auf einer Reihe von Photos sehen kann. Vor allem aber wurden weitere Schritte geplant: Der Initiative wurde ein Stück Land auf dem Schulgelände übergeben, das demnächst für praktische Zwecke genutzt werden soll, vor allem für ein Aufforstungsprojekt, das von den Schulkindern selbst betrieben werden soll. Und es soll eine funktionierende Pumpe für das bestehende Wasserloch angeschafft werden, um die Abhängigkeit vom Regenwasser zu reduzieren. Die Schule und andere Institutionen in der Umgebung wie ein Kinderheim und eine Kirche sind nämlich in Extremsituationen darauf angewiesen, Wasser von Wasserverkäufern zu kaufen, für die das Geschäft wichtiger ist als die Qualität des Wassers. Gut, dass das demnächst nicht mehr nötig sein wird. (Text von Werner Schäfer – Herzlichen Dank)

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–> Hier geht es zum kompletten Bericht „Visit to Makueni“ (engl.)…